Hallo liebe Internetgemeinde,

 

das eine oder andere Körperteil versagt mir den Dienst. Unter großen Schmerzen sitz ich hier und schreib euch trotzdem! Das nennt man Aufopferung! Jeder, der in einem Büro arbeitet und schätzungsweise seit seiner Schulzeit nicht mehr Sport getrieben hat, kennt es: Die chronisch entzündete Schulter! Ergebnis einer langjährigen, einseitigen Belastung, bzw. Unterbeanspruchung der selben. Dieser schmale Kranz schmerzenden Gewebes, platziert um das Schulterblatt, sehr Berührungsempfindlich (vorallem nach sportlicher Beanspruchung). Ein steter Quell massiver, konstanter Schmerzen. Geduldet, gelitten. Und dann gibt es da Kolleginnen (möge der Blitz beim scheißen sie treffen), die greifen da ohne Vorwarnung mit Brachialgewalt rein, angeblich um mich zu massieren. Ich behaupte immer noch steif und fest, das war ein Anschlag auf mein Leben, bin nämlich fast zum Fenster rausgehopst. Aber mein ist die Rache, ich kann warten.  Und wieder ein Tag ohne Nikotin... Alex, Du und der Angler, Ihr könntet verwandt sein. Ihr habt beide diese „aufbauende, unterstützende“ Ader: „das packst Du ja sowieso nicht“. Danke für‘s Gespräch. Ach ja, der blaue Dunst.  Wieviele Erinnerungen verbinde ich damit.

Niemals werde ich meinen ersten Versuch mit einer Zigarette vergessen.  Dieser Moment hat sich unauslöschbar in mein Gedächtnis eingegraben. Es war ein lauer Spätsommerabend, anno 1987 (wenn ich mich nicht verrechnet habe), das Kino war gerade aus, und meine damals beste Freundin und ich nahmen einen Schleichweg um nach Hause zu kommen. Von irgendwem hatte sie eine rote Marlboro geschnorrt, die sie nun seelenruhig paffte. Ich, ein damals wirklich noch unschuldiges, unwissendes Kind vom Lande wollte auch mal ausprobieren, wie das so ist. Naja, niemand hatte mir je den Unterschied zwischen paffen und auf Lunge erklärt. Jedenfalls sackte ich neben ihr zusammen und das einzige was man die nächsten 45 Minuten von mir hörte, war das ringen nach Luft, unterbrochen von einem tiefen Reizhusten. Das hätte mir ja eigentlich ne Lehre sein sollen, aber... 6 Monate später fing ich an zu paffen und brauchte dann ungefähr nochmals 2 Monate (kleiner Feigling), um meinen ganzen Mut zusammen zu nehmen und gaaaaanz vorsichtig an einer Lights zu ziehen und zu inhalieren. Der Rest ist Geschichte oder anders ausgedrückt: Jedes Jahr zu meinem Geburtstag bekomme ich persönliche Dankesschreiben von unserem jeweils amtierenden Bundesfinanzministers, der sich immer für die freiwillig geleisteten Steuerzahlungen bei mir bedankt.  Und wer kann das noch von sich behaupten?

Und nun zu der Frage, die mich eigentlich am meisten bewegt: Was macht ein Nichtraucher nach dem Sex? Gibt es einen adäquaten Ersatz zur Zigarette danach????? Etwa die Sellerie danach? Eine zügige Antwort wird erbeten. Ich hoffe schließlich, in nicht all zu ferner Zeit auch mal wieder in den Genuß von Sex zu kommen und sollte daher vorbereitet sein.

Bezüglich Training, ich sage nur: AUA!

Wenn ich noch auf einen Muskel stoßen sollte, der mir keine deftigen Schmerzen bereitet, dann gebe ich euch gerne Bescheid. Wie es sich aber im Moment anfühlt, werde ich keinen finden. Und was soll ich euch erzählen? Das ich da 2x die Woche meine Runden drehe, irgendwelche Schritte und Schläge machen muß, deren Namen mich entweder an asiatisches Essen oder an tropische Cocktails erinnern? Das ich mir in 100 Jahren nicht merken kann, ob ein Maigeri (osä) nun ein Schritt oder ein Schlag ist? Ich mit der Koordinatin von Händen und Füßen alle Hände voll zu tun habe und immer, wenn ich denke „Prima, das erste mal hat sich diese Bewegung richtig angefühlt, also nun proben“ einen neuen Schritt lernen darf? Ich fühle mich leicht überfordert!  Die Blaßen an meinen Füßen inzwischen locker als Wasservorratsbeutel dem Höcker eines Kamels Konkurrenz machen können? Die Hornhaut so dick ist, das ich nicht mehr in meine Schuhe passe (nur die extrem alten und ausgetretenen). Mein Rücken sich anfühlt, als wäre mir eine Lokomotive ungebremst reingedozt?

Liebesleben: Nach Rücksprachen mit mehreren Leidensgenossen/genossinnen wurde mir empfohlen, vom Froschkönig zum Ritter in schimmernder Rüstung auf Pferd umzusteigen. Hallo Peoples, wißt Ihr eigentlich, wie hoch die Unterhaltskosten für so nen Ackergaul sind????  Frösche sind viel praktischer, nach Gebrauch jederzeit biologisch im nächsten Tümpel abbaubar! Im Gegensatz zu so ner Eisenrüstung! Wäre allerdings was anderes, wenn das Ding aus Gold wäre, dann könnten wir nochmals darüber verhandeln! Ausserdem ist die Zahl der Frösche Naturgemäß höher. Ritter bekommst Du höchstens noch in gerösteter Form beim nächsten Drachen. Nene, ich bleib bei den Fröschen.

Nun ja, das reicht für heute.

Ich hab euch alle lieb, geh jetzt heim und ersinne die nächste Mail aus meinem Leben.

Gruß

A. aus F.